Unser Dorf

Man stellt sich beim Erstellen einer Festschrift immer die Frage, welche Inhalte den Leser interessieren und welche nicht. Man macht sich heutzutage sogar Gedanken ob man überhaupt eine Festschrift erstellen sollte oder nicht. Ob es die Besucher eines Jubiläumsfestes überhaupt noch interessiert wie es zur Gründung eines Vereins kam oder welche historischen Hintergründe
bestehen.
Bei einem Verein wie der Freiwilligen Feuerwehr Innenried, der sich mit dem Dorf und dessen Einwohnern identifiziert, sowie die Einwohner sich auch mit dem Verein identifizieren, ist dies eine nicht schwer zu beantwortende Frage. Man will, dass auch andere über die Entstehung des Dorfs sowie die Gründung des Vereins, immerhin ist er wichtiger Bestandteil des Dorflebens, etwas in Erfahrung bringen. Auch gibt es, so wenig man es glauben will, doch das eine oder andere Ereignis, das erzählenswert ist.
So hat man sich also entschlossen eine Chronik über das Dorf, sowie den Verein zu erstellen.
Ein neues Dorf entsteht
Es war das Jahr 1029 als der damalige Kaiser Konrad II, per Urkunde, das weitläufige Gebiet um Rinchnach dem dortigen Kloster schenkte. Dieses war jedoch unbesiedelt und nicht erschlossen.
Es soll noch ca. 3 Jahrhunderte dauern, bis erste Siedlungen entstehen. Um das Jahr 1300 wurde das Innere Ried schriftlich erwähnt. Ist dies schon ein erster Hinweis auf Innenried, war es wahrscheinlich nur eine Gebietsbezeichnung. War Ried doch im Althochdeutschen ein Ausdruck für Rodungsgebiete.
In den 1340er Jahren kam es zu Überschreibungen, Zugeständnissen und einigem Entgegenkommen der Obrigkeit. Diese waren so verlockend, dass einige erste Rodungssiedlungen um Zwiesel entstanden. 1356 wird bereits von den Dörfern um Zwiesel geschrieben und 1409 wird neben anderen Dörfern um Zwiesel auch von dem Dorf Innern Ried geschrieben, welche durch Kriegseinwirkung verwüstet wurden.
Niedergeschrieben ist so einiges aus dieser Zeit. So zum Beispiel, dass die damaligen ersten Höfe in Lage und Größe durch die Obrigkeit bestimmt wurden. Keiner soll benachteiligt sein. So wurde zum Beispiel die Fläche des Grundes pro Hof, auch nach Beschaffenheit bestimmt. Jeder sollte am Ende möglichst den gleichen Ertrag einfahren und seine Familie ausreichend versorgen und ernähren können. Nach der Verteilung der Gründe konnte mit
dem Bau der Gehöfte begonnen werden. Doch danach musste das zugewiesene Land erst fruchtbar gemacht werden, indem es gerodet und kultiviert wurde.
Im Wandel der Zeit
Natürlich wollte jeder sein Stück von den neuen Siedlungen abhaben.
Wie auch in der heutigen Politik, kam es im Laufe der Geschichte immer wieder zu Streitigkeiten.
Schon Anfang des 15. Jahrhunderts wollten die Degenberger zu Bogen, denen auch die Burg Weißenstein gehörte, das Land, auf dem Zwiesel sowie die Siedlungen darum entstanden, vom Kloster Niederalteich zurückfordern. Sie aktzeptierten es nicht, daß das Kloster in ihrem Gebietsanspruch Steuern erheben durfte.
Auch ein Dekret des Kaisers, durch den Pabst erwirkt, konnte sie jedoch von unrechtmäßiger Erhebung von Scharwerk und Zöllen abhalten. Ein deswegen langwieriger geführter Prozess zwischen dem Abt von Niederalteich und den Degenbergern ging 1539 zumNachteil des Klosters zu Ende. Die Siedlungen fielen wieder unter den Herrschaftsbereich der Grafen zu Degenberg und verloren dadurch natürlich einige Sonderrechte.
Ende des 18. Jahrhunderts wurden die Rechte der Bewohner weiter beschränkt. So wurde ihnen die Menge an Holz, welche sie beziehen durften und die Weiderechte, Innenried wurden 48Stück Waldstiere zugesprochen, bestimmt, bzw. beschränkt. DieHolzrechte sollten auch weiterhin immer wieder ein Streitpunkt zwischen Staat und Bürgern zu sein. So wurden Prozesse gegen die weitere Einschränkung bzw. Auflösung der Holzrechte
geführt. Dies geschah von 1835 bis 1858. Die meisten endeten in einem Vergleich.
Die Dorfkapelle wird erbaut
Als herausragendes Ereignis wären noch die Errichtung der größten und schönsten Dorfkapelle im weiten Umkreis durch den Geistlichen Rat Florian Koller im Jahre 1851.
Die Gemeinde Klautzenbach – Innenried wird kleiner
Zählten damals noch Rabenstein, Klautzenbach und Innenried als eine Gemeinde, wurde auf Grund eines Edikts vom 24.09.1808 der Ortsteil Rabenstein abgetrennt und aus dieser eine künstliche Gemeinde geschaffen, da auf Grund der dortigen Glashüttenarbeiter enorme Kosten für deren Versorgung im Falle einer Verarmung eben dieser befürchtet wurde. Somit bestand die Gemeinde Klautzenbach nur noch aus den Ortsteilen Innenried und Klautzenbach.
Soviel zur Entstehung des Dorfes Innenried. Man sieht es war zur damaligen Zeit kein leichtes Unterfangen das aufzubauen was man heute sieht. Und gewiss war es noch viel härter als man sich dies heute vorstellen kann.
Der Ortsteil Tröpplkeller
Zu Innenried gehört auch der Ortsteil Tröpplkeller. Die Ortsbezeichnung
entwickelte sich aus dem Namen des Anwesens Georg Tröppl, der Ende des 19. Jahrhunderts im Zusammenhang mit dem Bau der Bahnlinie nach Bodenmais eine Gastwirtschaft an der Straße nach Langdorf errichtet hatte. In loser Bauweise entstanden weitere Anwesen im Umfeld der Bahnlinie.