Dorfkapelle Innenried

Im Jahr 2026 besteht die Kapelle 175 Jahre

Dorfkapelle Innenried

Im Jahr 2026 besteht die Kapelle 175 Jahre

Jubiläumsgottesdienst - 175 Jahre Dorfkapelle Innenried.

Jubiläumsgottesdienst - 175 Jahre Dorfkapelle Innenried.


Bericht des Bayerwaldboten  von Alexander Hannes

Sie ist das schon aus der Ferne gut sichtbare Wahrzeichen von Innenried:
Die 1851 erbaute Dorfkapelle. Mit einem feierlichen Jubiläumsgottesdienst, einem kleinen Festzug und einem gemütlichen Frühschoppen hat das Dorf am vergangenen Sonntag das 175-jährige Bestehen ihres denkmalgeschützten Kleinods gefeiert.
Gleichzeitig markierte der Tag den erfolgreichen Abschluss einer aufwendigen Sanierung.
Zahlreiche Gäste ließen es sich nicht nehmen, dieses „generationsübergreifende Gemeinschaftswerk“ gebührend zu würdigen. Darunter waren auch Landrat Ronny Raith, Bürgermeister Karl-Heinz Eppinger, die Stadträte Andreas Ranzinger, Georg Stadler, Josef Leher, Susanne Vilsmeier-Wenzl und Willi Haas sowie der ehemalige stellvertretende Landrat Willi Killinger und die ehemaligen Innenrieder Stadträte Walter Unnasch und Hans-Peter Marx.

Der Festtag begann am Sonntagvormittag mit einem feierlichen Jubiläumsgottesdienst, in der komplett besetzten Kapelle. Dekan und Stadtpfarrer Carl Christian Snethlage zelebrierte die von der Familienmusik Maurer feierlich umrahmte Messe und fand in seiner Predigt tiefgründige Worte über die menschliche Natur: Wer versuche, den anderen sein Glück aufzuzwingen, vergesse die Würde und die Freiheit des Menschen. Gleichzeitig erinnerte der Stadtpfarrer an das segensreiche Wirken des Kapellenstifters Florian Koller, den er als einen „guten Hirten“ für sein Heimatdorf bezeichnete. Snethlage würdigte ausdrücklich das enorme Engagement, das sowohl vonseiten der Stadt Zwiesel als auch durch die unzähligen Ehrenamtlichen in die jüngste Renovierung der Kapelle geflossen sei. In schweren wie inguten Zeiten begleitet Zwiesel. Zahlreiche Besucher feierten am Sonntag das 175-jährige Bestehen der Innenrieder Dorfkapelle.

Im Anschluss an den Gottesdienst richtete der 1. Vorsitzende des Kapellen-Fördervereins, Herbert Unnasch, das Wort an die Festgemeinde. Er schlug eine Brücke von der Historie zur Gegenwart und gedachte der Kriegsgefallenen und Vermissten des Dorfes. „Für Familien bedeutete der Krieg oft unermessliches Leid“, betonte er – eine heute hochaktuelle Mahnung. Die Dorfkapelle, so Unnasch weiter, stehe seit jeher als Symbol für Glauben und Gemeinschaft. Sie habe die Geschichte des Dorfes in guten wie in schweren Zeiten treu begleitet. Unnasch sprach allen Beteiligten seinen tiefen Dank aus. Ein besonderer Dank galt den Förderstellen, die die 40 000 Euro teure Sanierung im letzten Jahr maßgeblich bezuschusst hatten – darunter das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege, der Landkreis Regen, die Stadt Zwiesel, der Bezirk Niederbayern, die Lokale Aktionsgruppe Arberland (Leaderförderung) und die Bayerische Landesstiftung. Unnasch schloss mit dem Appell: „Blicken wir nach vorne und bewahren wir das Erbe unserer Vorfahren mit derselben Leidenschaft, mit der sie geschaffen wurde.“

Auch die politische Prominenz sparte nicht mit Anerkennung. Zwiesels Bürgermeister KarlHeinz Eppinger unterstrich in seinem Grußwort, dass diese Kapelle ohne das leidenschaftliche Engagement des Dorfes schlichtweg nicht zu erhalten wäre. Er versicherte, dass die Stadt Zwiesel auch in Zukunft den Erhalt des Gotteshauses tatkräftig durch den städtischen Bauhof unterstützen werde. Landrat Ronny Raith hob die exponierte Lage des Kirchleins hervor. Die weite Sichtbarkeit des „auf festem Stein erbauten“ Gotteshauses sei ein starkes Zeichen für eine Gesellschaft, die auf christlichen Werten und echtem Gemeinschaftssinn fuße. „Die Kapelle ist ein Ort der Heimat“, stellte Raith fest.

Nach der heiligen Messe setzte sich der Festzug in Bewegung. Angeführt von den schmetternden Klängen der Blaskapelle Frauenau und flankiert von einer feierlichen Abordnung der Freiwilligen Feuerwehr Innenried marschierte die Festgesellschaft zum Feuerwehrgerätehaus.

Dort fand der Jubiläumstag bei einem zünftigen Frühschoppen, einem Stehempfang und einem gemütlichen Ausklang mit Musik sowie herzhaften und süßen Schmankerln seinen harmonischen Abschluss.

Dass die Innenrieder Kapelle zu ihrem 175. Jubiläum wieder in neuem Glanz erstrahlt, ist das Ergebnis einer beispielhaften Gemeinschaftsleistung, die der rührige Förderverein nicht allein hätte stemmen können. Neben öffentlichen Zuschüssen war es vor allem die enorme Spendenbereitschaft im Dorf und von Gönnern des Kirchleins, die das Projekt umsetzbar machten. Eine Dorfgemeinschaft hält zusammen So spendeten die Wolfauslasser über 1000 Euro. Weitere finanzielle Schützenhilfe kam dank der Landtagsabgeordneten Martin Behringer (FW) und Stefan Ebner (CSU) sowie von der Bayerischen Landesstiftung, die einen Zuschuss von 2900 Euro für die Restaurierung der Raumschale bewilligte. Zudem unterstützte die Stadt Zwiesel das Vorhaben mit einer Holzspende im Wert von 7000 Euro. Außerdem rückte der städtische Bauhof an: Die Mitarbeiter besserten Schäden am Außenputz aus und verpassten der Kapelle einen vollständigen, neuen Anstrich.

Nicht zuletzt brachten die Vereinsmitglieder selbst 150 Stunden an Hand- und Spanndiensten ein und steuerten 14 000 Euro aus Vereinsmitteln bei.

Die Geschichte der Innenrieder Dorfkapelle reicht zurück bis in das Jahr 1851. Ihr Bau geht auf ein persönliches Gelübde des aus Innenried stammenden Geistlichen Florian Koller zurück. Am 22. April 1988 wurde schließlich der „Förderverein Innenrieder Dorfkapelle e.V.“ aus der Taufe gehoben. Das erklärte Ziel: Die historische Substanz vor dem Verfall zu retten und grundlegend zu sanieren. Dank des unermüdlichen Engagements, das bis heute weiterlebt, bleibt die Kapelle weiterhin ein gut sichtbares Wahrzeichen und Herzstück Innenrieds